Die meisten Websites von Sachverständigenbüros sind aus der Sicht des Büros gebaut. Sie erzählen, seit wann es den Betrieb gibt, welche Qualifikationen vorliegen und in welchen Verbänden man Mitglied ist. Der Mensch, der die Seite tatsächlich öffnet, befindet sich in einer völlig anderen Lage. Sein Auto steht beschädigt am Straßenrand oder in der Werkstatt, er weiß nicht, wer das Gutachten bezahlt, und er sucht auf dem Handy nach jemandem, der sich heute noch darum kümmert.
Ich baue und betreue Websites für Sachverständigenbüros in Essen, im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Die Seiten, die tatsächlich Anfragen bringen, unterscheiden sich von den anderen fast nie durch das Design. Sie unterscheiden sich dadurch, welche Fragen sie in den ersten Sekunden beantworten.
Bei einem Kfz-Gutachten gibt es im Wesentlichen drei Besuchertypen. Der Geschädigte nach einem unverschuldeten Unfall ist der häufigste. Er steht unter Zeitdruck, hat meist noch nie ein Gutachten beauftragt und ist unsicher, ob er sich den Gutachter überhaupt selbst aussuchen darf. Daneben kommen Autokäufer, die vor dem Kauf eine Bewertung wollen, und Werkstätten oder Anwälte, die regelmäßig Kunden vermitteln.
Diese drei Gruppen brauchen unterschiedliche Informationen, aber sie haben eine Gemeinsamkeit. Sie entscheiden schnell und sie entscheiden mobil. Wenn die Telefonnummer erst nach zwei Scrollbewegungen auftaucht, verlieren Sie den Geschädigten an das Büro, das sie sofort zeigt. Das ist kein Designproblem, sondern eine Frage der Reihenfolge.
| Inhalt | Warum er gebraucht wird | Wo er stehen sollte |
|---|---|---|
| Leistungen im Klartext | Unfallschadengutachten, Wertgutachten, Oldtimer: Der Besucher muss in Sekunden sehen, ob er richtig ist | Startseite, oberer Bereich |
| Ablauf des Gutachtens | Nimmt die Unsicherheit vor dem ersten Anruf | Startseite, direkt unter den Leistungen |
| Einzugsgebiet mit Ortsnamen | Beantwortet die Frage, ob Sie zum Kunden kommen, und hilft der lokalen Sichtbarkeit | Eigener Abschnitt plus Fußzeile |
| Anklickbare Kontaktwege | Telefon und WhatsApp ohne Scrollen erreichbar | Kopfbereich jeder Seite |
| Echte Fotos statt Stockbilder | Gutachter, Fahrzeug und Schadenbild schaffen Vertrauen | Über die ganze Seite verteilt |
| Google-Bewertungen sichtbar | Ein Fremdurteil wirkt stärker als jede Eigenwerbung, deshalb gehören Google-Bewertungen dauerhaft auf die Seite | Startseite, unteres Drittel |
Die häufigste Lücke, die ich auf bestehenden Seiten sehe, ist der fehlende Ablauf. Ein Geschädigter weiß in der Regel nicht, was nach seinem Anruf passiert. Kommt jemand zu ihm oder muss er irgendwo hinfahren? Soll das Fahrzeug ungewaschen bleiben? Wie lange dauert es bis zum fertigen Gutachten und wer bekommt es am Ende?
Drei bis vier Schritte reichen völlig aus: Anruf, Besichtigung vor Ort, Erstellung des Gutachtens, Versand an alle Beteiligten. Wer diesen Ablauf sichtbar macht, nimmt dem Besucher die größte Hürde vor dem ersten Anruf.
Genauso wichtig ist die freie Wahl des Gutachters. Viele Geschädigte gehen davon aus, die Versicherung des Unfallgegners schicke ihnen jemanden. Bei einem unverschuldeten Unfall dürfen sie in der Regel selbst entscheiden. Ein kurzer, sauber formulierter Absatz dazu beantwortet eine echte Frage und positioniert Sie zugleich als unabhängig.
Telefonnummer, WhatsApp und ein kurzes Formular gehören sichtbar auf jede Seite, nicht nur auf die Kontaktseite. Auf dem Handy heißt sichtbar: ohne Scrollen erreichbar, und die Nummer als anklickbarer Link, nicht als Bild und nicht als reiner Text.
WhatsApp unterschätzen viele Büros. Nach einem Unfall ist die Hemmschwelle für eine Nachricht mit zwei Fotos deutlich niedriger als für einen Anruf, gerade bei jüngeren Geschädigten. Bei mehreren meiner Kunden kommt inzwischen ein spürbarer Teil der Erstkontakte über diesen Weg herein, oft außerhalb der Bürozeiten.
Ein Sachverständigenbüro in Essen wird nicht nur in Essen gesucht, sondern auch in Bottrop, Gelsenkirchen, Mülheim und Oberhausen. Wenn diese Orte nirgends auf der Website stehen, fehlt Google jeder Anhaltspunkt, für welches Gebiet die Seite relevant sein soll. Genau hier setzt auch die lokale Sichtbarkeit an.
Das bedeutet nicht, eine Städteliste in die Fußzeile zu kippen. Sinnvoller ist ein eigener Abschnitt, der das Einzugsgebiet in ganzen Sätzen beschreibt und dabei die Orte nennt, in denen Sie wirklich Termine wahrnehmen. Bei einem Büro mit mehreren Standorten geht man einen Schritt weiter und gibt jedem Ort eine eigene Seite. Für ein Sachverständigenbüro am Niederrhein habe ich auf diese Weise sieben Standorte abgebildet, jeder mit eigenem Text statt mit ausgetauschtem Ortsnamen.
Lange Selbstdarstellungen im ersten Bildschirm. Bestandslisten von Messgeräten, die außerhalb der Branche niemand einordnen kann. Stockfotos von lachenden Menschen im Anzug, die mit Fahrzeugschäden nichts zu tun haben. Und Formulare, die zehn Pflichtfelder abfragen, bevor überhaupt geklärt ist, ob Sie zuständig sind.
Ein zweiter Punkt betrifft Preise. Pauschale Zahlen für ein Gutachten sind heikel, weil die Kosten vom Schadenumfang abhängen und bei einem unverschuldeten Unfall in der Regel die gegnerische Versicherung zahlt. Sinnvoller ist ein Abschnitt, der genau das erklärt, statt eine Zahl zu nennen, die im Einzelfall nicht stimmt.
Eine Website für ein Sachverständigenbüro arbeitet selten allein. Der größere Teil der lokalen Anfragen läuft über Google Maps, und das Profil dort zieht seine Glaubwürdigkeit unter anderem aus der verknüpften Website. Beides muss dieselben Angaben enthalten: identischer Firmenname, identische Adresse, identische Telefonnummer, bis hin zur Schreibweise der Straße.
Was dabei oft übersehen wird, sind die Leistungen. Wenn Ihr Google-Profil von Unfallschadengutachten und Wertgutachten spricht, die Website aber nur allgemein von Gutachten, verschenken Sie die Verbindung zwischen beiden. Google gleicht diese Angaben ab, und Besucher tun es ebenfalls.
Wenn Sie Ihre aktuelle Website prüfen wollen, reicht ein einfacher Versuch. Öffnen Sie sie auf dem Handy, versetzen Sie sich in jemanden, der vor zehn Minuten einen Unfall hatte, und stoppen Sie die Zeit, bis Sie die Telefonnummer gefunden und den Ablauf verstanden haben. Dauert das länger als zwanzig Sekunden, liegt das Problem selten am Design und fast immer an der Reihenfolge der Inhalte.
Falls Ihr Büro bei Google bisher gar nicht auftaucht, habe ich die häufigsten Ursachen separat zusammengestellt.
Ich schaue mir Ihre aktuelle Seite an und zeige Ihnen, welche Fragen sie einem Geschädigten bis heute nicht beantwortet.
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